Rarität aus unserem Pferde-OP

 

November 2012 

 

Am 8. November operierten wir einen sogenannten Klopphengst* im OP. Aber zu unserem großen Erstaunen kam zusammen mit einem winzigen Hoden und Nebenhoden eine ca. pampelmusengroße Blase zum Vorschein Sie sah äußerlich wie eine braun verfärbte Fruchtblase aus, und enthielt einige embyonale Gewebeanlagen samt plattenartigen Knochenteilen!

 

 * Hengst, bei dem ein Hoden in der Bauchhöhle verblieben und nicht im Fohlenalter

    in den Hodensack abgestiegen ist.

Entnommene "Fruchtblase" mit nabelschnurartiger Blutversorgung

 

Einzige Erklärung für ein solches Phänomen wäre, daß der Embryo, der später zum Hengst heranwuchs, sich in der frühen Entwicklungsphase der ersten 48 Stunden (vor dem sogenannten Morula-Stadium) in irgendeiner Weise geteilt haben muß. Die wenigen abgezweigten embryonalen Zellen sind dann von dem größeren Embryo umwachsen und in dessen Bauchhöhle eingeschlossen worden.

Der Leistenkanal mußte zur Herausnahme des Gebildes erweitert werden, aber letztlich ist alles gut verlaufen für den jungen Haflinger.

 

http://www.nw-news.de/owl/kreis_herford/roedinghausen/roedinghausen/7271332_Hengst_trug_eigenen_Zwilling_in_sich.html

 

Geöffnete Blase mit ausgelaufenem Fruchtwasser.