Der Jahreswechsel:

 

Des Menschen Freud, des Tieres Leid?

 

 

Hilfreiche Tipps,

 

damit die Silvesternacht für Ihre Haustiere nicht zum Alptraum wird.

 

 

Silvester steht vor der Tür. Einerseits gehen wir diesem Tag mit großer Freude und vielen Planungen für das Fest und rund um das große Feuerwerk entgegen, aber zum anderen ist es immer ein Tag
des Schreckens für unsere Haustiere, welche sich manchmal auch noch Tage später verstört und ängstlich ihrer Umgebung gegenüber verhalten.

 

Um Silvester für die Tiere etwas ruhiger und erträglicher zu gestalten, gibt es verschiedene Möglichkeiten, zu denen wir Ihnen

in unserer Praxis Unterstützung anbieten können.

 



Medikamentelle Behandlungsmöglichkeiten

 

 

Als erste Wahl für schreckhafte und ängstliche Hunde und Katzen eignet sich als klassisches Beruhigungsmittel der Wirkstoff Diazepam (im Humanbereich auch als ValiumÒbekannt).

Der Angriffspunkt von Diazepam sind Rezeptoren im Zentralen Nervensystem, daher wirkt es anxiolytisch. Das heißt, es beseitigt Angstzustände bei Ihrem Tier. Außerdem führt es zur Verminderung von Spannungs- und Erregungszuständen. Somit hat dieser Wirkstoff eine zähmende und beruhigende Wirkung.

Diazepam ist in Form von Tabletten (5mg bzw. 10mg) bei uns in der Praxis erhältlich. Je nach Körpergewicht geben wir Ihnen die entsprechende Dosis für den Silvestertag mit.
Dabei ist es sehr wichtig, dass Sie bereits am frühen Nachmittag (ca.14:00) die orale Eingabe durchführen, da es eine gewisse Zeit bis zum vollständigen Wirkungseintritt benötigt. Außerdem darf das Tier vorher nicht schon zu stark erregt sein, weil es sonst zu einer paradoxen Reaktion kommen kann.

Wichtig ist auch zu beachten, dass dem Tier unter dieser Medikation kein unkontrollierter Freigang gewährt wird!!!

Von Acepromacin (SedalinÒ) sollte man bei Geräuschphobien gänzlich absehen, da es zwar zentral sedierend wirkt, die Tiere aber weiterhin Reize aufnehmen und übersteigert verarbeiten können.

 

 

Ergänzungsfuttermittel in Form von Tabletten



 

Weitere alternative Methoden sind Ergänzungsfuttermittel, welche jedoch schon einige Tage vorher eingegeben werden müssen, um eine Wirkung zu erzielen. Dabei handelt es sich zum einen um
das Präparat Relaxan
Ò, welches L-Tryptophan (essentielle Aminosäure),Vitamine, Mineralien und Spurenelemente enthält, die Mangelzustände beim Tier ausgleichen sollen. Diese können sonst für erhöhte Stress- und Angstanfälligkeit sorgen.

Beginn der Therapie ist zwei bis drei Tage vor dem Ereignis.

  

Zum anderen und recht neu auf dem Markt ist das Präparat ZylkèneÒ, welches Caseinhydrolysat enthält. Es wirkt ebenfalls beruhigend auf den Organismus von Hund und Katze und hilft mit schwierigen Situationen wie der Silvesternacht zurechtzukommen. Hier sollte man mit der täglichen Eingabe in der Weihnachtswoche beginnen.

 

 

  

Pheromone für eine Wohlfühlumgebung

 

Außerdem ist es möglich, spezifische Pheromon(Duftbotenstoff)-Vernebler für den Hund (AdaptilÔ) bzw. die Katze (FeliwayÒ) einzusetzen, welche die Umgebung für die Vierbeiner „attraktiv“ gestalten, so dass sie sich wohlfühlen können. Dies ist jedoch nur unterstützend wirksam oder bei kleinen Angsthasen verwendbar.

 

  



Verhaltensmaßnahmen der Besitzer





 

 

Aber auch Sie selbst können beruhigend auf die Situation Ihres Tieres einwirken, indem Sie den Tag möglichst normal gestalten. Trösten Sie Ihr Tier bei Angstverhalten nicht, da es sich sonst in
seiner Angst bestätigt fühlt. Natürlich ist umgekehrt auch klar, dass Sie es keinesfalls bestrafen dürfen, weil dies die Angst nur noch erhöht. Besser ist es zu versuchen, die Angst des Tieres zu ignorieren, was für die meisten Besitzer immer schwierig ist. Bei richtigem Verhalten loben Sie das Tier (Leckerli / Streicheln), so lernt es nach und nach, dass die Angst hier unberechtigt ist. Zudem ist es wichtig, ihm eine Rückzugsmöglichkeit an einem geschützten Ort anzubieten. Fenster, Rollläden und Vorhänge sollten geschlossen werden, damit der Lichtreiz genommen wird und die Geräusche gedämmt werden. Zusätzlich kann man den Fernseher oder Musik einschalten, damit die Geräuschkulisse im Haus möglichst gewohnt ist und etwas ablenkt.

 

Wir wünschen Ihnen und Ihren Haustieren schöne Weihnachten und ein gutes und gesundes neues Jahr 2015!

  

  
  

Aktuell aus der Kleintierpraxis:

Mal wieder eine angeschossene Katze…

November 2012       

 

 

Am 12. November war es mal wieder soweit…

 

es wurde uns wieder ein angeschossenes Tier in der Kleintierpraxis vorgestellt. Und wieder war es ein
Luftgewehr-Geschoss, das einen zweijährigen Kater empfindlich verletzt hat.

 



Sein linker Oberschenkelknochen wurde durchschlagen. Dabei riss das Geschoss auseinander, und die Bruchstücke blieben in der Oberschenkelmuskulatur stecken. Leider ist  eine solche Verletzung in der Regel sehr schmerzhaft, da die spitzen Knochen-Bruchstücke in die Muskulatur stechen.

 

Nach der Reposition der beiden Fragmente wurde der Oberschenkel vom Knie aus mit zwei Nägeln stabilisiert, die bis kurz vor den Oberschenkelhals reichen. Das größte Bruchstück des Geschosses konnte aus der Muskulatur entnommen werden, das kleinere ist im Bein verblieben, da zu dessen Entfernung ein Eindringen in die Muskulatur in unmittelbarer Nähe wichtiger Nerven notwendig gewesen wäre. Dadurch hätten dann zusätzlich neurologische Schäden entstehen können.

Jetzt muß der Knochen heilen, und nach ca. 3 Monaten können die Nägel (Kirschner-Bohrdrähte) wieder entfernt werden.

 



Es bleibt zu hoffen, dass diesem widerlichen Tierquäler das Handwerk gelegt wird!

Daher erfolgte auch eine Mitteilung an die Presse, um die Bevölkerung zu informieren und zu sensibilisieren.

 

 

http://www.nw-news.de/lokale_news/luebbecke/luebbecke/7299347_Bleikugel_auf_Kater_abgefeuert.html

 



Geschwüre und Entzündungen in den Maulwinkeln

 

Aktuell: Chlamydieninfektion der Katze                                  Dez. 2011

 

In den letzten Wochen (seit Ende September) beobachten wir vermehrt Chlamydien-Infektionen bei Katzen in unserem Kundenkreis!

 

Obwohl wir nur bei wenigen Tieren einen mikrobiologischen Erreger-Nachweis (charakteristische sogenannte Einschlußkörperchen in Zellen aus dem Konjunktivalsekret) geführt haben, gleichen sich die Krankheitsbilder doch in hohem Maße bei mittlerweile 21 Patienten.

 

Chlamydien sind Bakterien, die bei vielen Vogel- und Säugetierarten vorkommen können. Auch der Mensch kann infiziert werden (mit Chlamydia psittaci) und erkranken (Psittacose/ Papageienkrankheit). Infektionen des Menschen sind nach Bundesseuchengesetz meldepflichtig.

 

Die Infektion der Katze erfolgt mit Chlamydia felis und ist meist Teil des sogenannten Katzenschnupfenkomplexes. Zu diesem Komplex gehören verschiedene virale und bakterielle Erreger, die häufig gleichzeitig auftreten, und den Krankheitsverlauf erschweren bzw. verlängern.

 

Hauptmerkmal der Chlamydiose sind Bindehautentzündungen (Konjunktivitis) mit starker Rötung und Schwellung der Bindehäute, teilweise bis hin zum kompletten Verschluß des Auges infolge eines Lidkrampfes. Des weiteren niesen betroffene Tiere meist viel. In den von uns beobachteten Fällen kamen auch häufig Entzündungen und Geschwüre an der Zunge und am Zungengrund (Fotos) hinzu, die oftmals dazu führen, daß die Katzen kaum noch Nahrung aufnehmen können oder dabei stark speicheln. In seltenen Fällen kommt es zur Pneumonie (Lungenentzündung), die tödlich verlaufen kann.

 

Die Infektion erfolgt über Tröpfchen beim Niesen oder direkten Schleimhautkontakt. Sie betrifft also in erster Linie „Freigänger“ und/oder Katzen, die in Pensionen oder Tierheimen leben. Die von uns untersuchten und als Chlamydiose-Patienten eingestuften Katzen sind bis auf ein Tier „Freigänger“.

 

Da die herkömmliche Standard-Impfung gegen Katzenschnupfen und Katzenseuche keinen Chlamydienschutz beinhaltet, raten wir angesichts der Infektionslage unseren Kunden, die Katzen mit freiem Auslauf halten, dringend zu einer Aufstockung des Impfschutzes gegen Chlamydien!

 

 

Schmerzhafte tiefe Entzündungen der Zunge

Haben Sie Fragen zu diesem Thema?

Sprechen Sie uns an! In unseren Sprechzeiten informieren wir Sie gern zu Infektionsprävention und Impfungen Ihrer Tiere!

    

 

Goldakupunktur beim Hund                          Sep. 2011

 

Die Goldakupunktur stellt eine schonende Dauerhilfe für Patienten mit chronisch schmerzenden Gelenkerkrankungen dar. Dazu gehören z.B. Hüftdysplasie (HD), Ellbogendysplasie (ED), Kniegelenkarthrosen, Wirbelsäulenerkrankungen und deren Folgen.

 

Der Erfolg der Goldakupunktur basiert auf einer umfassenden Diagnostik.

Diese zielt auf eine Erfassung aller relevanten Schmerzsituationen im gesamten Bewegungsapparat des Patienten ab. Eine gründliche Vorberichtserhebung, eine sorgfältige Gangbildanalyse und eine anschließende Triggerpunktuntersuchung sind die Grundlage für eine erfolgreiche Akupunktur.

Als weiterführende Diagnostik werden die digitale Röntgentechnik, Ultraschall und gegebenfalls MRT/CT-Untersuchungen eingesetzt.

 

Chronisch schmerzhafte Patienten wählen eine für sie möglichst schmerzarme Schonhaltung (Pass/ Twist/ Lahmheit) die den gesamten Bewegungsablauf verändert: Aus der primären Schmerzsituation (z.B. angeborene HD) entsteht so eine Schonhaltung, die im günstigsten Fall die angrenzenden Gelenke bei jedem Schritt unter vermehrte Belastung setzt (wie z.B. Kniegelenk, Übergang Kreuzbein-Lendenwirbel).

Beim Beispiel der HD fehlt der notwendige Schub aus der Hinterhand

(im physiologischen Fall ca. 70%) und die Vorderextremität muss bei jedem Schritt mehr leisten, als sie es von der Veranlagung her vermag. Zwangsläufig überlasten die Vordergliedmaßen zunächst muskulär (zuerst Ellbogen, dann Schulter). Bei bestehender langjähriger Fehlbelastung der Muskeln und Gelenke, versucht der Körper dieses Ungleichgewicht auszugleichen, wobei er Umbauprozesse startet, die dann letztlich zu Arthrose an den stark beanspruchten Gelenken führen.

Somit entsteht aus der Hüftdysplasie eine Schmerzhafte Erkrankung, die weite Teile des Bewegungsapparates erfassen kann, und teilweise erst über sichtbare Lahmheiten an den Vordergliedmaßen zum Ausdruck kommt. Die ersten Veränderungen des Gangbildes werden oft übersehen oder unterschätzt.

Dort setzt die Goldakupunktur erfolgreich an. Es werden alle schmerzrelevanten Bereiche des Bewegungsapparates erfasst und behandelt. In der Regel handelt es sich dabei um weit mehr als ein offensichtlich lahmendes Bein.

Durch die Stimulation der Akupunkturpunkte werden körpereigene, Schmerz regulierende Stoffe vermehrt ausgeschüttet (z.B. Endorphin), die die Schmerzgrenze Ihres Hundes "hochsetzen". Somit wird der chronische Schmerz nicht mehr vom Hund wahrgenommen.

 

Weiterhin kommt es durch die Akupunktur zur Entspannung der durch die Erkrankung chronisch verspannten Muskulatur und damit zur Aufhebung krank- und schmerzhafter muskulärer Rückkopplungsmechanismen. Die Muskulatur kann wieder sukzessive aufgebaut werden. Dadurch gibt der Hund seine oft Jahrelang praktizierte Schonhaltung auf, und das Bewegungsbild normalisiert sich teilweise oder vollständig.

Dieser Muskelum- und –aufbauprozess nimmt in der Regel 3-4 Monate Zeit in Anspruch. Der Hund kann regelrecht Muskelkater bekommen, mitunter ist in dieser Zeit eine Unterstützung durch Physiotherapie und/oder Zusatzfuttermittel sinnvoll.

 

Nach sorgfältiger Diagnostik werden nun alle ermittelten Befunde in der Punktewahl einbezogen. Die Akupunkturpunkte werden mit Goldimplantaten versorgt, diese können sowohl gelenknah als auch fern vom Krankheitsgeschehen (z.B. zwischen den Zehen) lokalisiert sein. Die betroffenen Stellen werden rasiert, sorgfältig gereinigt und desinfiziert.

Mit einer speziell entwickelten Injektionstechnik und einem speziell für diese Technik entwickelten Injektionsgerät werden die Gold- oder in manchen Fällen auch Platinimplantate an jene Akupunkturpunkte in der Muskulatur oder unter der Haut gesetzt, die die Schmerzsituation der betroffenen Gelenke verbessern.

Die Implantate bestehen aus 24-karätigem Gold- oder Platindraht, der in stiftförmige Drahtstückchen geteilt wird. Die Gold- oder Platindrahtstücke wachsen ohne weitere Probleme im Gewebe ein und verbleiben ein Leben lang an ihrer gewünschten Stelle – sie wandern nicht!

Diese Methode ist minimal-invasiv und bereitet dem Patienten keine Operationsschmerzen.

 

Der Eingriff dauert je nach Schwere der Erkrankung in der Regel, inkl. Voruntersuchung, zwischen zwei bis vier Stunden. Er wird in der Regel in einer Kurznarkose durchgeführt, die am Ende wieder rückgängig gemacht werden kann.

 

Bei folgenden Erkrankungen des Bewegungsapparates wird die Goldakupunktur erfolgreich eingesetzt:

  • Hüftgelenkdysplasie und –arthrose
  • Wirbelsäulenerkrankungen (z.B. Spondylosen, Spondylarthrosen, Ankylosen)
  • Bandscheibenleiden
  • Kniegelenkerkrankungen (Kreuzbandriss, Kniegelenkarthrose)
  • Ellbogengelenkdysplasie, Ellbogengelenkarthrose, Schultergelenkarthrose

 

Um realistisch zu bleiben... aus einem alten Hund mit jahrelangen Problemen wird kein „junger Hund" mehr gemacht werden können – aber für die Restlebenszeit kann die Lebensqualität des Hundes deutlich angehoben werden. Er will wieder spazieren gehen, wieder Stufen steigen, wieder am Leben von Herrchen und Frauchen teilhaben... Viele ältere Hunde sind (nach der Verringerung der Schmerzen) auch wieder besser gelaunt – bzw. sind deutlich weniger aggressiv!

 

Bei jüngeren Hunden zielt die Goldakupunktur darauf ab, trotz eventueller angeborener Gelenkdysplasien oder auftretender Wachstumsstörungen (große Rassen), eine physiologische, also normale Bewegung zu erreichen, und damit eine optimale Entwicklung des Tieres zu ermöglichen. Dem Hund wird dadurch ein schmerzbelastetes Aufwachsen und eingeschränktes Spielen mit anderen Hunden erspart.

 

Die Goldimplantate verbrauchen sich nicht, sie bleiben daher zeitlebens aktiv!

 

Haben Sie Fragen zu diesem Thema?

Informieren Sie sich bei unserer Tierärztin Frau Sandra Lüke! Sie berät Sie zum Thema Akupunktur und Goldakupunktur bei Ihrem Tier und führt alle notwendigen Untersuchungen durch.

 

Frau Lüke ist für Sie in der offenen Sprechstunde mittwochs und freitags jeweils von 17 bis 19 Uhr da, oder in der Terminsprechstunde (nach Vereinbarung) mittwochs und freitags von 16 bis 17 Uhr.